| Shea Thulim |
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Es
begab sich in einem strengen kalten Winter, als der Wind die Bäume
erstarren lies, das eine kleine Reitertruppe nahe den Orklanden durch
die Ebene des Daudrum ihres Weges zog. Die Zeiten waren wild und
ungewiss. Die Orkkriege machten das Reisen dort zu einem selbstmörderischen
Unterfangen. Dennoch war diese Gruppe entschlossen weiter vorzudringen,
denn sie verfolgten eine Spur. Es waren Schwanenkreuzer auf der Jagd
nach dem verräterischen Ordensbruder Arkitas, der dem Feind geholfen
hatte einige Schwanenkreuzer zu töten. Nun begab es sich, das die
Reiter, geführt von Shea Thulim, nahe des Gebirges Ogagna vorbei kamen.
Dort nahe denn Felsen ward eine Burg gelegen, welche sich trotzig erhob
und von Menschen bewohnt war. Dort
machten sie Rast. Jedoch wurde ihr Aufenthalt von diesen Menschen argwöhnisch
beäugt. Denn was die Brüder der Shea Thulim nicht wussten, diese
Menschen waren Anbeter des allesverschlingenden Eises. Die Sarukhara -
ein Volk wie die Eiswinde des Ogagna - wild und verderbend. Sie planten
den Untergang dieser kleinen Truppe des Schwanenkreuzes, da sie die
Valkyrjas und ihre Diener hassten, und so trat ihr König, Kartash Kahn,
an Shea Thulim heran. Er wüsste wo sich der Verräter verstecke und würde
zwanzig seiner besten Mannen mitschicken um in aufzuspüren. Da die
Schwanenkreuzer selber nur etwas mehr waren als ein halbes Dutzend, nahm
Shea Thulim das Angebot an. Jedoch misstraute sie ihm genug um ihre Gefährten
zur Vorsicht zu gemahnen. So
ritten sie am nächsten Morgen weiter. Nebel bedeckte das Land wie ein
Leichentuch und machte es schwer dem Weg zu folgen. Doch die Sarukharas
gingen so sicher, als würden sie den Weg jede Stunde gehen. Sie
ereichten einen großen Spalt im Berg und ein Lachen schwoll ihnen
entgegen. „So weit seit ihr geritten um zu sterben?!?“ Dort wo der
Spalt ins Berginnere führte saß ein Ritter im schwarzen Ornat des
Schwans auf seinem Rappen und lachte die Truppe aus.
„Weit geritten sind wir! Und mag es sein das wir
sterben! Aber dein Verrat wird mit deinem Blut bezahlt!“ Rief
die Shea Thulim. Da sprangen schon Orks aus dem Spalt und stürmten auf
die Ritter ein. Ein wilder Kampf entbrannte. Die
Sarukhara hielten sich zurück und lachten ob der guten Falle die sie
ihnen gestellt. Doch blieb ihnen das Lachen bald im Hals stecken. Ork über
Ork fiel den Schwertern des Schwans zum Opfer und bald flohen die
letzten Orks mit lautem Angstgeschrei. Da
griffen die Sarukharas ihre langen Schwerter und stürmten vor. Bei
Chiasade´s gerechtem Zorn, die Schwanenritter fochten gut und tapfer,
aber auch ihre Gegner waren stark im Kampf. Als auf beiden Seiten nur
noch zwei über waren, sagte Shea Thulim: „Und mag mein Blut diese
Erde netzen, andere werden kommen und das Werk vollenden. Rache werden
sie nehmen für den Verrat! Blut wird sein wo auch immer ihr eure Wege
lenkt! Sie werden nicht ruhen bis ihr Werk ist vollbracht!“ Ein
letzter Kampf und der Sieg war da. Shea Thulim stand nun blutverschmiert
mit heiligem Zorn in den Augen dem Verräter gegenüber. Doch der Verrat
ist die Waffe eines Feiglings und so flüchtete er in die Tiefe des
Berges verfolgt von der Rache Chiasade´s. Grad
wollte sie den Todesstoß setzen als sich von der Decke Steine lösten
und sie darunter begruben. Da lachte Arkitas, denn er hatte einen Diener
der auf einem Felsensims einige Steine löste, versteckt. „Nun mögen
deine Brüder und Schwestern kommen ich mag es gut aushalten in der
eisigen Feste des Kartash Kahn. Und wenn erst die Häuptlinge der Orks
hier eingetroffen sind, so werden sie das Geheimnis von Chiasade´s Grab
erfahren. Dann ist es bald aus mit eurem Orden und die Kinder des Eises
werden über die Welt herrschen. So wie es eigentlich hätte sein
sollen!“ So ging er nun. Doch
war Shea Thulim nicht tot. Einer der Steine hatte sich so verkanntet das
sich darunter ein Hohlraum bildete.
Nach Stunden schaffte sie es, sich aus ihrem steinernen Grab zu
befreien. Mit nur einigen Kratzern begrub sie ihre Kameraden in der Höhle.
Nach einem stummen Gebet folgte sie dem Weg den sie gekommen war bis die
Nacht hereinbrach. Doch dort blinkten schon die Lichter der Feste
Karthas Kahns. Sie betete und rief Gefion um Beistand an. Dann schlich
sie an die Mauern und legte Feuer. Viele der Sarukharas eilten das Feuer
zu löschen, da sie es hassten. Shea
Thulim schwang sich an anderer Stelle über die Mauer und schlich im
Schutz der Dunkelheit bis zur großen Methalle. Dort machte sie die
Wachen nieder und betrat den großen Saal. Dort speisten Karthas Kahn
und Arkitas gerade. „Euer
Treiben ist nun hier zu Ende. Blut für Blut und Tod für Tod. Rache hab
ich geschworen und Rache wird nun über euch kommen. Für meine Brüder.
Für meine Schwestern. Für denn Orden. Sterbt!“ Karthas
Kahn war der erste der beiden der wieder einen klaren Gedanken fassen
konnte. Er riss seinen Säbel raus und stürmte nach vorn. Doch ging
sein Gebrüll in einem blutigen Gurgeln unter, das der Dolch in seiner
Kehle verursachte. Er hatte nicht einmal gesehen wie Shea Thulim in
geworfen hatte. Arkitas
wurde bleich wie Schnee und wollte um Hilfe rufen, doch blieben ihm die
Worte im Hals stecken. Ängstlich und starr vor Schreck blieb er einfach
auf seinem Stuhl sitzen. Selbst als das Schwert Sheas in seiner Brust
steckte blickte er nur starr geradeaus mit angstgeweideten Augen. Manche
behaupten, der Anblick dieses schwarzen Racheengels hatte dazu geführt,
das sein Herz aufhörte zu schlagen. Nun legte Shea Feuer an die Feste und ging um ihren Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Doch gerade als sie die Mauer hinter sich gelassen hatte, traf sie noch ein verirrter Pfeil, nur ein Kratzer, aber mit dem Gift des Grimmfrostes, einer tödlichen Mixtur aus vergangenen Tagen bestrichen. Mit letzter Kraft schaffte sie es zu den Leichen ihrer Ordensbrüder. Dort sank sie mit einem Dankgebet hernieder. Ihr Körper wurde kälter und die Schmerzen unerträglich. Eis bildete sich auf ihrer Haut und alles schien zu gefrieren. Das einst so wärme Kämpferherz hörte auf zu schlagen, gefroren zu ewigem Eis. |
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